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2019.06.01 Sieben Kegelbahnen, ein Brauhaus (BZ)

Werner Reusch führt anlässlich 140 Jahre Liederkranz durch ‚altes‘ Pohl-Göns

Zu einem Erlebnis der besonderen Art hatte jüngst der Gesangverein „Liederkranz“ 1879 Pohl-Göns e.V. eingeladen, der neben den Sängern rund 75 Interessierte  gefolgt sind. Als Auftaktveranstaltung zu den Feiern aus Anlass  des 140-jährigen Bestehens fand ein historischer Rundgang durch den alten Ortskern von Pohl-Göns  mit dem  Pohl-Gönser Heimatforscher Werner Reusch, der sich in die Geschichte des Chores und Dorfes eingearbeitet hat, statt.  

Bei strahlendem Sonnenschein streifte man zwei Stunden durch den alten Ortskern. Chorgesang, so wie man ihn heute kennt, gab es vor 1750 nicht. Zur damaligen Zeit waren die Kirchen-Kantoren die treibende Kraft in den Gottesdiensten. Zum Singen in einem Chor kam es erst um die 1850er Jahre, als sich die ersten Männerchöre gründeten. In Pohl-Göns sind die ersten Aufzeichnungen über einen „Singverein“ in der Kirchenchronik im Jahre 1869 zu finden,  

Zur Gründung des Gesangvereins „Liederkranz“ kam es dann im Jahre 1879, als sich 24 junge sangesfreudige Männer zusammen gefunden haben. Es wurde zum Proben für 40 Mark ein gebrauchter Flügel gekauft und für 72 Mark repariert und gestimmt. Damit begann die Geschichte des Liederkranzes und seinem Wirken in Pohl-Göns. 1963 wurde dann der gemischte Chor gegründet.

Während der Führung erhielt man Einblicke zu den verschiedensten Vereinslokalen, sieben an der Zahl, genauso viele Kegelbahnen zählt die Dorfgeschichte. Überrascht war der Großteil der Teilnehmer, dass im Dorf sogar Bier gebraut wurde. Das ehemalige Anwesen „Baierbräuersch“ wurde 1980 von Familie Greif-Mewes erworben und über Jahre hergerichtet und gehört heute zu einer der schönsten Hofreiten von Pohl-Göns. Ein Raunen ging vor allem bei den jüngeren Mitläufern bei dem Vergleich der Bierpreise durch die Reihen. Kostete damals ein Glas 12 Pfennig, zahlt man im heutigen Zeitalter locker das zehnfache. Reusch verriet auch ein Rezept zum Altwerden. Der heute fast 95-jährige Eugen Binzer, ehemaliger Friseur und über 70 Jahre lang aktiver Sänge im Liederkranz, trinkt auf Anraten seines damaligen Arztes Dr. Bill jeden morgen einen Wacholderschnaps, seit 69 Jahren.  Reusch hat dies  hochgerechnet und kommt auf 719,57 Flaschen der Größe 0,7 L, was bei allen zur  Erheiterung beitrug.

Die Teilnehmer am Rundgang zeigten ihre Begeisterung mit einem langanhaltenden Applaus. Im Anschluss begab man sich in die Hofreite von Michael Zörb und ließ sich  hessischen Spezialitäten schmecken. Andreas Catlin bedankte sich bei Reusch für seine Arbeit und insbesondere die investierte Zeit in die Vorbereitung. Auch der Schirmherr der Jubiläums-Aktivitäten, Bürgermeister Michael Merle,  wünschte dem Verein alles Gute.

Informationen zum Chor und Jubiläum unter www.liederkranz-pohl-goens.de.